Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass Kaninchen auch den Winter im Freien verbringen.
Bei Beachtung einiger wichtiger Voraussetzungen bietet eine ganzjährige Aussenhaltung unseren Langohren eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität
zur herkömmlichen Käfighaltung.
- Das Wichtigste vorweg: Die Tiere müssen auch in Außenhaltung versorgt und gepflegt werden. Es gilt daher vorher zu überlegen, ob man auch trotz Regen, Schnee und Kälte dazu bereit ist, andernfalls sollten die Ninchen rechtzeitig wieder ins Haus geholt werden. Zu hohe Temperaturunterschiede durch fortwährenden Wechsel zwischen drinnen und draußen führen in Folge zu Krankheiten und sind daher zu vermeiden.
- Kaninchen in Außenhaltung dürfen nicht alleine gehalten werden, da der Partner zum Wärmen und der notwendige Sozialkontakt fehlen.
- Die Ninchen sollten zu Frühjahrsbeginn ab April/Mai, spätestens ab dem Sommer an das Leben im Freien gewöhnt werden.
- Zu Beginn der kälteren Jahreszeit brauchen die Tiere mehr Kraftfutter, um sich eine ausreichende Fettschicht anfressen zu können, denn bedingt durch die kühleren Temperaturen steigt auch der Energieverbrauch des Organismus.
- In der Zeit zwischen September und November kommt es aufgrund der fallenden Grade automatisch zu einem Fellwechsel, wobei hier besonderes Augenmerk auf die Fellpflege, sprich regelmäßiges Bürsten, gelegt werden sollte, um einer Haarballenbildung durch die beim Putzen verschluckten Haare vorzubeugen. Durch Gaben von Vitamintropfen kann der Fellwechsel entsprechend unterstützt und beschleunigt werden. In Folge bekommen Ninchen in Außenhaltung ein wesentliches dichteres, sowie schützenderes Fell, als Wohnungskaninchen.
- Weiters bedarf es einer geeigneten Unterkunft, wobei diese windgeschützt und trocken sein muss, sowie genügend Platz bieten sollte, damit sich die Tiere auch ausreichend 'warmlaufen' können. Eine Isolierung der Behausung kann mit Styroporplatten erfolgen, wobei durch entsprechende Verkleidung ein Anfressen und Ankabbern unmöglich gemacht werden muss. Auch Stroh ist eine ideale Wärmedämmung und darf daher in keinem Kaninchenhaus fehlen. Wer ausreichend Platz im Außengehege hat, kann auch aus ganzen Strohballen zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten schaffen.
- Um zu vermeiden, dass sich der Freilauf durch Regen und Schnee in ein Sumpfgebiet verwandelt, kann man eine entsprechend dicke Lage Rindenmulch aufbringen.
- Eine ausgewogene, artgerechte Ernährung ist einer der wichtigsten Punkte für die Gesunderhaltung unserer Langohren. Die Menge an Kraftfutter sollte nunmehr entsprechend erhöht werden, wobei jetzt auch Hafer- und Weizenflocken zugefüttert werden können.
- ACHTUNG bei Frischfutter. Angefrorenes Obst und Gemüse können zu groben Verdauungsstörungen führen, daher lieber öfter kleinere Mengen füttern und übriggebliebenes bald entfernen. Auf gar keinen Fall darf Frischfutter gänzlich weggelassen werden.
- In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass aufgrund des jahreszeitlich bedingten Futtermangels auch Mäuse und Ratten auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen sind. Verschließen Sie Ihre Vorräte daher sorgfältig und vermeiden Sie Reste liegen zu lassen, um ungebetene 'Gäste' erst gar nicht anzuziehen.
- Besonderes Augenmerk gilt jetzt auch dem Trinkwasser, das nun öfter gewechselt werden muss um ein Gefrieren zu vermeiden. Handwarmes Wasser unter Beigabe von Vitamintropfen hilft dabei.
Mit Hilfe obgenannter Tipps sollte auch das kommende Wintervergnügen
für ein gesundes, vitales Tier kein Problem darstellen.
Für sehr alte bzw. kranke Tiere wäre eine Außenhaltung in der kalten Jahreszeit aber eine zu große Belastung, daher ist davon dringend abzuraten.
Solche Ninchen bedürfen unserer ungeteilten Aufmerksamkeit sowie vieler Streicheleinheiten
und sind somit besser ganz an unserer Seite aufgehoben.
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